Gingi

Nachdem die Weihnachtsstimmung verflogen und der Neujahrsschlaf nachgeholt sind, ging es am Sonntag nach Gingi. Dabei handelt es sich um eine kleine Stadt, 70 Kilometer entfernt von Auroville. Warum ich dorthin gefahren bin? Da es dort die Ruinen einer alten Festung zu bewundern gibt. Nach einem schnellen Frühstück ging es um 8 Uhr los. Mit dem Motorrad auf die Autobahn nach Tindivanam. Dort sollte es theoretisch nur geradeaus weiter gehen. Praktisch mündete die Autobahn in eine Ladenstraße, in der sich neben Autos und Motorrädern auch Menschen und Tiere auf der Fahrbahn befanden. Nach einigen netten Fragen fand ich dann aber dennoch einen Weg durch das Gewühle und kam auf einer Landstraße heraus. Da ich laut Karte vor und hinter Tindivanam auf einer Autobahn sein sollte und es auch nach einiger Fahrzeit nicht nach Hügeln aussah, auf denen die Festungen sein könnten, fragte ich noch einmal nach dem Weg, diesmal auf Tamil und bekam nun auch eine Entfernung genannt. Wie es Berge nun mal an sich haben, tauchen sie sehr abrupt auf. Die in Ginig machten da keine Ausnahme. Ich habe an dieser Stelle schon mal gelernt, den Indern, wenn es um Wegangaben geht, mehr zu vertrauen. Am Ziel angekommen, musste ich erst einmal feststellen, dass die Eintrittspreise von 100 auf 200 Rupien gestiegen sind. Dank meiner frühen Ankunft war ich schon um 10 auf dem ersten Berg und hatte die Ruinen fast für mich alleine. Die Ruinen waren sehr schön, nur leider waren nur sehr wenige Informationen zu den Gebäuden zu finden. Ich genoss einfach die Aussicht und dachte mir aus, was früher hier wohl alles geschehen sei. Da es noch einen zweiten höheren Berg zu besteigen galt, machte ich oben aber keine lange Pause, sondern stieg ab und fuhr zum zweiten Berg. Dort waren dann auch deutlich mehr Touristen. Das Ticket wurde nach ausgiebiger Prüfung für gültig befunden und ich konnte mich in die deutlich größere Festung hinein wagen. Da es auf Mittag zuging, begab ich mich gleich zum Aufstieg. Dort traf ich dann zwei Deutsche, mit denen ich mich eine Weile über Auroville, wo Sie am nächsten Tag hin wollten, unterhielt. Auffällig fand ich die Angewohnheit der Inder, sich einen Stock mit auf den Berg zu nehmen. Doch bereits nach dem ersten Anstieg wurde mir diese Angewohnheit deutlich klarer. Während beim ersten Berg nur einige müde Affen herumlagen, sprangen hier ganze Meuten von ihnen herum. Oben auf dem Berg konnte ich dann auch ihre Jagdmethoden beobachten. Nun weiß ich woher Diebesbanden ihre Inspirationen nehmen. Einer lenkt ab und ein anderer nimmt sich das Essen, gibt es aber dann auch gleich weiter. Die hier üblichen Essensdosen mit Klappverschlüssen können sie in weniger als einer Sekunde öffnen. Hier oben legte ich mir neben einigen Steinen als Distanzwahrer auch einen Stock zu. Auf diesem Berg standen auch wieder einige Schreine, eine Empfangshalle und ein Leuchtturm. Aufgrund der Affen und der Sonne zog es mich dann aber doch wieder recht schnell nach unten. Am Fuß des Berges standen dann noch Elefantenställe, Elefantenbecken, Kornspeicher und Unterkünfte. Auch konnte ich hier unten viele einheimische Familien beobachten, die ihren freien Tag mir Picknick auf denen Wiesen verbrachten. Zum Abschluss bin ich dann noch in einen Tempel gegangen. Dort herrschte auch eher eine Ausflugsstimmung als die aus unseren Kirchen bekannte andächtige Stille. Als ich dann nach der 1,5stündigen Rückfahrt wieder in Auroville angekommen war, merkte ich erst, wie anstrengend der Ausflug gewesen ist. Dennoch war es ein sehr gelungener Tag.

Der Elefantenstall, Rechts und links mit den Einstiegshilfen
Der Elefantenpool

Da oben soll es hingehen

Der erste Gipfel mit Tempel, Versammlungshalle und co.
Tamilische Graffitis

Comments

  1. Na das klingt doch mal nach einem netten Ausfllug. Kannst du vielleicht die Bilder in einer Auflösung hochladen, das man sie auch vergrößern kann? Ich würde sie mir gerne genauer anschauen, aber das ist bei der Auflösung leider nicht möglich.

    lg aus dem kalten Darmstadt,
    Anton

    1. Jetzt hab ich das Geheimnis gelüftet warum ihr euch immer über die kleinen Bilder beklagen konntet. WP Skaliert sie mir automatisch gaaanz klein.
      Hab sie jetzt wieder groß gemacht, sodass du deine Wände damit tapezieren kannst.

      lG aus dem Kühlen Auroville

Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Scroll Up