Indien Intensiv

Ende März, nachdem ich fast 9 Monate durchgearbeitet hatte stand der erste Urlaub an. Die Planung sah einen Rundtrip mit den Stationen Auroville – Hampi – Mumbai (Bombay) – Aurangabad (Ajanta & Ellora) – Jaipur – Delhi – Agra – Kahna Nationalpark – Varanasi – Kalkutta – Auroville vor. Das ganze in dreieinhalb Wochen. Zwischendurch 6 Nachtzugfahrten und unzählige weitere Kilometer auf Gleisen. Gereist bin ich zusammen mit einer Freundin aus Deutschland, die mich vorher auch für einige Tage in Auroville besucht hat.

Neben Unzähligen Sehenswürdigkeiten haben wir vor allem Indien und die Menschen hier intensiver kennengelernt. Zwar hatten wir bei allen Nachtfahrten die etwas gehobeneren AC-Abteile, zwischendurch sind wir aber auch in gut gefüllten Zweitklasse Wagen gefahren, bei denen nicht nur auf jedem Platz zwei bis drei Inder saßen, sondern auch auf den Gepäckablagen und selbstverständlich auf jedem Quadratzentimeter Boden ein Paar Füße stand. Ähnliches gab es natürlich auch in Bussen und auf der Straße.

Nun aber genug der Vorrede und einige Eindrücke anhand von Fotos.

Hier der weltberühmte Steinwagen von Hampi, dort gibt es vor allem alte Steine in Form von Tempeln zu sehen. In Anbetracht der langen Anreise war es für mich dort eher entauschend da nichts beschrieben war und von der Stadt bis auf die Tempel eigentlich auch nichts mehr zu sehen.


In Mumbai fahren auch Rote Doppeldeckerbusse, wo die wohl herkommen?

Insgesamt ist Mumbai eine sehr offene und einladende Stadt die erstaunlich viel Grün und die weltweit höchste dichte an frei lebenden Leoparden besitzt.

Hier nun das Gateway of India, gebaut für den ersten Britischen Monarchen der Indien besucht hat und benutzt auch von den letzten Britischen Truppen die Indien verließen. Leider konnten wir Elephanta Island nicht besichtigen da gerade ein Minister dort war und alles abgesperrt wurde.

Bei unserem langem Rundgang durch Mumbai kamen wir auch zu dieser Mosche, die nur bei Ebbe zu erreichen ist. Dann jedoch ist der Weg auch mit Verkäufern aller Art bestückt.

Weiter ging es dann nach Aurangabat, von wo aus wir die buddhistischen Höhlentempel von Ajanta und …

die jainistischen, buddhistischen und Hinduistischen (Höhlen-)Tempel von Ellora besichtigten. Der Große Temple wurde von oben nach unten aus der Felswand gehauen. Alle Achtung an denjenigen der da den Plan hatte.

Wie ich nun auch weiß, ist ein Buddha, der gerade seine Finger Zählt im Gebet vertieft.

In Jaipur kam ich dann wirklich im Orient an. Filligrane, verschnörkelte und alte Gebäude in engen Gassen. Dazwischen überall Verkäufer, Tiere, Affen, Menschen und Dreck, das ist die Welt aus 1001 Nacht. Hier seht ihr den Palast der Winde, aus dessen Fenstern die Freuen das treiben auf der Straße beobachten konnte ohne selbst gesehen zu werden.

Aus der gleichen Welt ist auch das Fort. Hier konnte sich ein Herrscher wohl nicht entscheiden zwischen Verteidigungsanlage und Palast. Erstaunlich nur, was für einen Überfluss es hier gegeben haben muss das so gebaut werden konnte. Das Fort wurde übrigens wegen Wassermangels aufgegeben und die Bevölkerung nach Jaipur umgesiedelt.

Spätestens wenn man das Hawa Mahel, das Astronomische Institut betritt wird einem klar, das hier einmal eine Hochkultur gelebt hat, die bereits den Himmel vermessen hat und die Tageszeit auf 2 Sekunden genau bestimmen konnte.

Ob es wohl eine Relation zwischen der Größe der Fahnen und dem Zustand eines Landes gibt?

Delhi hab ich leider nicht sehr viel gesehen da mein Magen sich unwohl fühlte.

Das nennt sich Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes.

Mehr Schein als sein … Gips und Edding statt Marmor und Einlegearbeit. Und eine Liste an verboten, die selbst einen Tierpark in Berlin kalt aussehen lässt.(Bücher, Stifte, Papier, Plastikgegenstände, Fahnen, Getränke, Essen, Menschen, Rucksäcke,…)

„Ich bin ganz klein, keiner sieht das ich hier ein Blatt esse“

Ein wilder Wasserbüffel im Kahna Nationalpark, der nach Agra bei uns auf dem Programm stand, süß und zutraulich. Hier ein Gaur (Bos gaurus), das größte lebende Rind.

Eher scheu dafür aber Wasser liebend eine Königin von Indien. Ebenfalls in Nationalpark, nur 15 Meter von uns entfernt.

Nicht wild aber dennoch majestätisch, nach ihrer Arbeit im Park.

Ende unserer Reise war Kalkutta, ein Moloch bei dem selbst mir an manchen Stellen die Gerüche zu viel wurden. Warum Mutter Teresa hier eine Heilige werden konnte ist mir nun klar. Leider gab es dort nur sehr weniges für uns zu sehen.

Nach 3½ Wochen rumreisen trennten sich unsere Wege am Flughafen, von wo ich zurück nach Chennai und Auroville flog.

Alles in allem war es eine schöne Reise auch wenn ich feststellen musste, dass Individualtourismus in Indien nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist.

 

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